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Ohnmacht und Macht der Literatur

Wo die Öffentlichkeit unentwegt mit Halbwahrheiten geflutet wird, leidet die Kraft der literarischen Fiktion. Und was können sich Schriftsteller angesichts aller möglichen und unmöglichen politisch korrekten Vorgaben überhaupt noch erlauben?

Quelle: Umzingelt von Lärm und Moral: Ohnmacht und Macht der Literatur

ADHS-Kolumne, Folge 13: Die Nacht meines Lebens (und Platons Symposion)

… Die zwölf Bücher in meinem Rucksack blieben ungelesen. Bis auf das schmalste und leichteste: Platons «Gastmahl».

Wir lasen es uns gegenseitig vor, weil es von der Liebe handelte.

Ich kannte Platon nicht und erwartete … irgendetwas Schweres. Auf keinen Fall ein Buch so voller Leben wie eine Hafenkneipe.

Dabei verhaut Plato die ersten sieben Seiten komplett. Sie beschreiben, wie ein Bekannter beschreibt, wie Sokrates sich zum Haus des Gast­gebers begibt – was nicht nur für den Rest der Handlung vollkommen unerheblich ist, sondern auch unfassbar wirr geschrieben.

Es ist – meiner Kenntnis nach – der miserabelste Anfang der Literatur­geschichte. Doch die restlichen siebzig Seiten sind unvergesslich.

Sie laufen so:

Kaum ist Sokrates – erheblich verspätet – angekommen, debattieren die Griechen, ob sie sich wie am vorherigen Abend volllaufen lassen sollen. Sie entscheiden sich dagegen, die meisten haben noch einen Kater…

Quelle: ADHS-Kolumne, Folge 13: Die Nacht meines Lebens – Republik