Archiv der Kategorie: Pro & Contra Latein

Schweiz mit Latein noch nicht am Ende

An Universitäten wurde der Latein-Zwang abgeschafft und auch in den Gymnasien verliert die alte Sprache der Römer an Bedeutung. In Zürich halten Latein-Lehrerinnen und Lehrer dagegen. Mit einem Übersetzungswettbewerb wollen sie das Latein am Leben erhalten.

Achtung: Die im Bericht genannte Statistik vermittelt ein falsches Bild. Beachte den früheren Beitrag dazu.

Quelle: Schweiz mit Latein noch nicht am Ende – Radio – Play SRF

Zankapfel Bildung: Der philosophische Stammtisch

Bildung werde heute vornehmlich unter einer Nützlichkeits- und Verwertungslogik betrachtet und führe in die Irre, mahnt beispielsweise der österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann. Im blauäugigen Vertrauen in eine digitale Welt, in der niemand mehr etwas wissen muss, weil sich alles im Internet finden lässt, drücke sich eine veritable Verachtung des Wissens aus. «Unsere Schulen bereiten nicht nur schlecht auf das Leben vor, sie zerstören sogar gezielt jene Potenziale an Neugier, Begeisterungsfähigkeit und Kreativität, die später für ein erfülltes Leben gebraucht werden», sagt der deutsche Philosoph Richard David Precht. Doch wer bestimmt unsere «notwendigen Kernkompetenzen»? Wie wird Begabung unter dem heute vorgegebenen Effizienzdruck noch entdeckt und abgeschöpft? Ist die Gesellschaft mit den heutigen Lehrplänen und -zielen auf dem richtigen Weg oder braucht sie dringend eine Bildungsrevolution? Barbara Bleisch diskutiert am Philosophischen Stammtisch im Sud in Basel mit den Philosophen und Bestsellerautoren Richard David Precht und Konrad Paul Liessmann, mit der Philosophin und Kulturjournalistin Catherine Newmark und der Professorin für Pädagogik an der UZH Katharina Maag Merki. Literatur: – Richard David Precht: «Anna, die Schule und der liebe Gott – Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern». Goldmann, 2013. – Konrad Paul Liessmann: «Bildung als Provokation». Zsolnay, 2017.

Quelle: Zankapfel Bildung: Der philosophische Stammtisch – TV – Play SRF

Falsche Versprechen einer alten Sprache

Latein ist kein Wundermittel, um logisches Denken zu schulen. Die Hochgebildeten aber halten am Mythos fest, um Privilegien zu sichern. Ein Forschungsbericht.

Siehe dazu unbedingt auch die Gegendarstellung sowie den Kommentar auf swisseduc.ch :

Die drei Soziologen haben im deutschen Blätterwald ein erstaunliches Echo auslösen können, als Beispiel ihr Text in „Der Tagesspiegel“ unter dem Titel „Mythen um Latein – Falsche Versprechen einer alten Sprache“: „Diejenigen, die an die Vorteile von Latein glauben, werden durch den Stand der Forschung, wenn sie ihn denn wahrnehmen würden, enttäuscht werden. Lateinkenntnisse, so die Bilanz der empirischen Befunde, verbessern weder das logische Denken noch den Erwerb anderer Sprachen noch das Gespür für die grammatikalische Struktur der Muttersprache.“ – Prof. Stefan Kipf und sein Team (Fachdidaktik Latein Humboldt-Univ. Berlin) werden in allernächster Zeit Gegendarstellungen veröffentlichen; auch ist in der FAZ vom 3. Oktober ein grösserer Artikel von S. Kipf geplant.

Quelle: Falsche Versprechen einer alten Sprache